Gedankenstriche.

Woran denkst du? Philosophierst du wieder?

Ich lache dann;

weil eigentlich denke ich an gar nichts. Und doch an so viel.

Wir liegen zusammen im Mondenschein auf der Wiese und wünschen uns ganz kurz Unendlichkeit. Nicht damit wir für immer jung bleiben, sondern damit wir für immer wir bleiben.

Auf so wundersame Art und Weise blind. Blind für das Leben, blind für Veränderung, blind für einander.

So bleiben wir glücklich, erleichtert. Wir bleiben wir.

Das Leben malt uns keine Gedankenstriche in die müden Gesichter. Wir werden einander immer kennen.

Stundenlang können wir miteinander reden aber genauso gut stundenlang schweigen. Jeder erlebt jetzt seine eigenen Geschichten, lebt seine eigenen Abenteuer.

Wir lesen noch im selben Buch, auf unterschiedlichen Seiten, wir beenden Kapitel ohne den jeweils anderen und bemerken es gar nicht. Fast verwunderlich, wie wir das alles so gemeistert haben. Aneinander vorbei zu leben und doch so eng verwoben.

Die großen Tage unter kleinen Dingen begrabend.

Während die anderen sprechen, betrachten wir uns still und leise, werfen einander heimliche Blicke zu und wir fragen uns, ob wir einander noch kennen. Das Leben zog nämlich seine Gedankenstriche. Feine Linien.

Wir zogen sie selbst.

Das betrübt uns. Nur damit ich begreifen kann, dass sie rein gar nichts verändern.

Wir liegen auf der Wiese im Mondenschein und lachen so laut, dass es von den Bäumen widerschallt. Und wir wünschen uns für einen Augenblick Unendlichkeit.

Nicht damit wir für immer jung bleiben. Sondern damit wir für immer wir bleiben. Nicht wir als Individuen betrachtet. Wir als wir.

Wir lachen über gemeinsam Erlebtes, lachen bis uns die Tränen in den Augen stehen und währenddessen denken wir vermutlich alle das selbe.

Es wird nie wieder so sein. Wir werden nie wieder so sein.

Morgen werden die Dinge wieder anders stehen. Wir werden anders priorisieren, wir werden vergessen und Fehler machen und wir werden einfach nur leben.

Diese Geschichten erlebten wir einmal, sie stehen in weit zurückliegenden Kapiteln.

Einst prägten sie uns und nie wieder.

Schließlich schweigen wir und starren gen Himmel. Genießen wir ganz kurz das Jetzt und tun so,als könnten wir daran festhalten.

Woran denkst du? Philosophierst du wieder?

Nein. Ich denke an gar nichts. Und doch eigentlich an so viel

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