Grenzenlos

Der Wind ist stark. Regen peitscht in mein Gesicht, durchnässt mein Haar, die Kleidung klebt klamm und kalt am Körper. In meinen Ohren rauscht es. Ich sage kein Wort. Man würde es ohnehin nicht verstehen können.

Einfach an nichts denken. Nichts ist in diesem Moment wichtig. Vor mir das Meer, grau, rau, ungestüm rollen die Wellen an den Strand, brechen und versickern tief im Sand, hinterlassen die Idee von ihnen in schaumiger Gischt.

Einfach an nichts denken, keiner sonst ist da. Keiner sonst ist wichtig. Ich breite die Arme aus, schließe die Augen. Und ich lasse los. All das, indem ich mich verbissen habe, mir gar die Zähne daran ausgebissen hatte. All das, das mir nächtelang den Schlaf geraubt und mich verfolgt hatte, wie mein Schatten. In diesem Moment ist das alles nicht von Relevanz. In diesem Moment kann ich nichts spüren außer den Wind in meinem Gesicht, der Wind der mich wegträgt, mir die Füße vom Boden reißt, mir Flügel verleiht und mich einfach fortträgt. Nimm mich mit, möchte ich beinahe schreien. Ich bin bereit.

Ich bin grenzenlos. Nur für einen winzigen Moment.

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