Stark sein.

Ich bin himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt.

Und ich bin träge, dann hysterisch und im nächsten Moment schon bin ich so unglaublich verletzlich. Ich bin laut- ich sage, was ich denke. Und ich bin anstrengend. Ich bin eine lebensgroße Babyborn und ich möchte den ganzen Tag lieb gehabt werden, ich lechze förmlich danach aber ich möchte auch unter keinen Umständen in meinem persönlichen Freiraum eingeschränkt werden.

Wäre ich nicht ich, würde ich mich selbst hassen.

Manchmal muss man mir aufhelfen, mich führen, mir die Augen öffnen, weil ich auf solch tragische Weise blind sein kann. Manchmal muss man mir sagen, dass ich ein Idiot bin. Manchmal muss man mich ermahnen, dass ich ein wenig mehr an mich selbst als an andere denke.

Dafür brauche ich meine Freunde. Ich brauche meine besten Freundinnen, denen ich von meinem Tag erzählen kann, mit denen ich lästern und lachen kann, bis mir die Tränen die Wangen hinunterlaufen. Und vor allem brauche ich sie um einfach mal runterzukommen und wieder ich selbst zu sein. Die Talisha, die ich sein möchte. Wir mögen sagen, dass wir im Grunde niemanden brauchen und alleine zurechtkommen. Sind wir jedoch ehrlich, dürfte uns selbst klar werden, dass der Mensch, entgegen aller wissenschaftlichen Feststellungen, kein Einzelkämpfer ist. Dafür fürchtet er die Einsamkeit zu sehr, fürchtet es zu sehr sich einmal alleine erinnern zu müssen, oder auch gar nichts zu haben, dessen es sich zu entsinnen lohnen würde. Wir wollen immer stark sein. Das ist ja schließlich unser Leben, natürlich kriegen wir das alleine hin.

Ich will immer stark sein.

Aber was wir nicht begreifen, was ich lange Zeit nicht begreifen konnte, ist, dass es kein Zeichen von Schwäche ist, sondern von tiefempfunden Vertrauen und vor allem von Stärke, sich manchmal, wenn man nicht mehr kann, einfach fallenzulassen, wohlwissend: Hinter mir steht jemand und er wird mich auffangen.

Manchmal müssen wir uns eben gegenseitig durch dieses Leben tragen, schieben und wenn es sein muss auch zerren, um es ein klein wenig erträglicher zu machen.

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