Eine Million Abstufungen von Dunkel

Dunkel ist es.

Es gibt eine Million Abstufungen von Dunkel.

Dunkel. Ein bisschen dunkel. Unwahrscheinlich dunkel. Noch dunkler.  Eben noch dunkler. Und dann kommt irgendwann schwarz.

Das war ein Witz.

Witze habe ich früher gerne gemacht. Und ich habe viel gelacht. Lachen ist etwas Wundervolles.

Heute frage ich mich manchmal, wie es funktioniert. Kiefer aufsperren, Zähne zeigen und dabei glucksende Laute von sich geben. Wenn man es genau betrachtet, ist das Lachen eines Menschen, das bezaubernde Lächeln, ein kalter automatisierter Mechanismus. Wo ist da die Spontanität, das Gefühl, die Herzlichkeit und Wärme?

Nirgendwo. Genau.

Vielleicht war auch das ein Witz. Vielleicht.

Es ist wirklich ziemlich dunkel.  Unwahrscheinlich dunkel.

Aber meine Augen sehen dennoch so viel. Sie sehen so viel. Und sie haben so viel gesehen. Zu viel.

Bilder. Einzelne, zerrissene Sequenzen. Bunte Farbflecken. Silhouetten. Und all diese in rasender Abfolge. Keins von ihnen mehr abrufbar. Verändert durch die eigenen Wünsche und Vorstellungen.

Aber was ich vor allem gesehen habe

ist

Dunkelheit.

Oh, es ist so dunkel. Aber diese Augen, sie sehen. Sie verleihen der Dunkelheit, der Kälte, die sie ausströmt, Licht und das ist das was sie gefährlich macht.

Dunkel ist es.

Es gibt eine Million Abstufungen von Dunkel.

Weil die Dunkelheit sich verändert.

In der Ferne ist es unwahrscheinlich dunkel. Und es wird dunkler. Und eben noch dunkler.

Direkt vor den Augen, in greifbarer Nähe, da sind Schemen auszumachen, Schattierungen, ein Dutzend  unterschiedlicher Farbnuancen.

Grau ist nicht grau. Und schwarz ist nicht schwarz.

Aber in der Dunkelheit

mit den Augen weit aufgerissen

allsehend.

Da habe ich genau das geglaubt.

Dunkel ist es.

Es gibt eine Million Abstufungen von Dunkel.

Dunkel. Ein bisschen dunkel. Unwahrscheinlich dunkel. Noch dunkler. Und eben noch dunkler.

Und diese Abstufung, die lässt sich ewiglich fortführen.

Und das ist kein Witz.

Es wäre noch nicht einmal ein besonders Guter.

Es ist die einzige wirklich wahre Wahrheit, die uns das Leben schenkt.

Glaub nicht, dass du am Boden bist, wenn du am Boden liegst.

Weil du immer noch tiefer fallen kannst.

Und dann steh auf.

Glaub nicht, dass du die Orientierung verloren hast, denn du warst noch nie wirklich verloren.

Glaub nicht, dass du die Orientierung verloren hast, denn manchmal musst du die Augen in der Dunkelheit schließen, statt sie zu öffnen.

Dann wird es dunkel sein.

Und es wird nicht noch dunkler. Und eben noch dunkler.

Du erkennst dann vielleicht, wie grau und wie schwarz du selbst bist.

Deine eigene Farbnuance

deine ganz eigenen Schemen

Schattierungen.

Dann mach die Augen wieder auf.

Hell.

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