Sei anders, sagten sie. Sei besonders.
Sei du selbst.

Ich bin aber nicht besonders. Ich bin nicht aufregend. Ich bin nicht anders.
Ich bin gewöhnlich. Durchschnittlich. Veränderung macht mir Angst. Auch wenn sie zu Tausenden gegen den Strom schwämmen, würde ich mich weiter treiben lassen, altbekannte Wege gehen. Dort wo sie mich kennen.
Dort wo sie mir sagen, was ich sein kann.

Ich gehe langsam, gesenkten Hauptes; voller Scham?
Wohin gehe ich
Wohin
Wohin

Sie sind verärgert. Sie verstehen es nicht, dass ich mich selbst nicht verstehe und mich verhalte, sodass es niemand verstehen wird.
Und vielleicht ist das letztendendes auch nicht wichtig, wo ich doch auf altbekannten Wegen gehe, immer ein Ziel vor Augen, vermeintlich, und ich werde mich nicht verlieren
Sie werden auf mich aufpassen. Das haben sie versprochen. Sie werden nicht zulassen, dass ich unglücklich werde.
Halt meine Hand, habe ich gesagt. Lass mich nicht los. Als deine Hand schon längst nicht mehr in meiner lag.

Ich gehe langsam, gesenkten Hauptes.
Voller Scham.
Ich verlor nicht nur mich selbst, sondern so viel mehr.
Und die Frage ist plötzlich nicht mehr, wohin ich gehe
Sondern warum.

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Ohne Dich

Cause the end of the world happens at least once every hour since you’ve been gone.

Nimm mich. Wähle mich. Entscheide dich. Für mich. Weil ich brauche dich.  Deine Sicherheit, deine Nähe, deine Liebe. Gib mir Geborgenheit. Und egal, wie lange ich um mich schlage und schreie.
Bitte lass mich nicht los.
Halt mich. Hab ich zu dir gesagt. Bitte halt mich und tu so
Nur ganz kurz
Als ob das jetzt für immer so bleibt.
Aber deine Augen sind Schatten  fremden Lichtes, welches heller leuchtet als meines.
Deine Lippen auf meinen. Und ich lass mich fallen. Aber du fängst mich nicht auf.  Der doppelte Boden hält mich nicht. Und wo bist du?
Ich bin wütend auf dich. Ich verachte dich. Und hasse dich. Weil ich dich so sehr liebe, dass ich vergaß mich selbst zu lieben.
Ich gehe fort. Aber nur so weit, dass du mich noch einholen kannst. Ich laufe nicht schnell, also bitte halt Schritt. Bitte. Ich schaue permanent über die Schulter und mal bist du da. Aber zumeist nicht.
Ich kann dich nicht verlassen.

Ich will dich nicht verlassen.

Aber im Grunde gingst du zuerst.

Der Schmerz ist eine 10. Dann eine 9.
Und schließlich bin ich taub. Beinahe lethargisch.
Ein bisschen Hoffnung habe ich. Mein Verstand sagt nein. Steh auf deinen eigenen Füßen und beschütze dein verdammtes Herz.
Aber ich habe es dir geschenkt. Es ist dein.
Ich strecke die Hände nach dir aus. Überstrecke mich und rufe deinen Namen. Bitte bleib bei mir. Und du bist da.  Küss mich, halt mich, lieb mich. So wie es dir beliebt. Und das macht mich krank. Wenn du da bist, halte ich dich so fest, um zu verstecken,  dass du gehen kannst, wann du willst. Und, dass es auf dieser Welt nichts gibt, mit dem ich das aufhalten kann.
Ich sage dir ich liebe dich.
Ich sage dir du fehlst, wenn du gehst.
Und bitte dich zu bleiben.
Du hältst mich bis ich schlafe. Ein letzter Kuss auf die Schläfe. Dann bist du fort.
Einsame, traumlose Nächte.
In guten Momenten verfluche ich dich. Ich sage dir, dass du gehen kannst, wann du möchtest und dass ich stark genug bin, um dich nicht wieder hineinzulassen.
Aber die schwachen Momente überwiegen. Morgens, wenn ich aufwach. Nachts, wenn ich einschlafe. Und die Einsamkeit mich mit Haut und Haar verschlingt. Um die Mittagszeit, wenn ich mit meinen Freunden lache, in Gedanken bei dir und begreife, dass es nicht echt ist. Und nachts. In der Dunkelheit, wenn ich mir deine Arme und deinen Atem  in meinem Ohr herbei sehne. Meinen Kopf auf deiner Brust. Dann kann ich schlafen. Dann kann ich sein.
Aber es ist nicht die Wahrheit.
Ich kann nicht mit und nicht ohne dich  aber vor allem
Nicht ohne dich.

Wenn Augen nicht wären.

Wenn Augen nicht wären,

könnte ich für immer mutig bleiben.

Dann müsste ich die Augen und mich selbst nicht verschließen,

sondern könnte mich Problemen stellen, Tatsachen ins Augen sehen,

und die Zeit würde mich nicht mehr das Fürchten lehren.

So könnten doch die Tage dahin ziehen, die Stunden, Minuten und Sekunden mich auffressen und ihre Narben auf mir hinterlassen;

unbekümmert ginge ich weiter, wohlwissend, dass der Tribut, den sie von mir gefordert hatten, ein Leben lang anhalten würde.

Aber ich weiß doch nicht, wie lang

Aber ich weiß doch nicht, warum

Aber ich weiß doch nicht, wie

Und wenn Augen nicht wären,

dann könnte ich fallen,

denn der Sturz ins Ungewisse ist beruhigender, als den Abgrund zu sehen

Und es würde den Schmerz doch erheblich lindern, fiele ich und sähe nicht

das Ausmaß einer zerbrochenen Summe staubiger Atome,

so zerrisse man mir nicht das Herz, Stück für Stück, verforme es mir,

diese Masse; das kleine Monster, das es frisst,

als sei es nichts weiter als Marzipan.

Und wenn Augen nicht wären, dann könnten wir einander erkennen,

wie wir sind, weil wer wir sind bleibt,

verborgen hinter der stetigen Veränderung, die das wie wir sind mit sich bringt

Geborgen in den kleinen schwachen Marzipanherzen,

als letzter Rettungsring, wenn es beinahe unmöglich erscheint den Kopf noch über Wasser zu halten, den wir scheinen täglich zu ertrinken, in der Sucht danach, das ominöse Wer zu definieren, statt uns mit dem Wie zu beschäftigen.

Mein Marzipanherz schlägt.

Und deines auch.

Ich schließe nun die Augen und mache mich breit. Offen. Ein wenig mehr als nur schläfenweit,

und ich lache laut, weil ich so blind bin und endlich sehen kann, all jene Farben, die man vereinheitlicht hatte, durch Repression, dabei sind sie doch so wunderschön;

offen für das Gefühls des Wie,

die Zeit und das Leben und die Liebe und die Freundschaft und die Differenz, die zur Gleichheit mutiert und die Vergebung und die Freude und das Licht und die Ehrlichkeit und die wahren Unterschiede,

tief in uns drin,

verborgen hinter zu viel falschem Humor, und bröckelnder Fassade, die man uns nur allzu gerne abnimmt,

nur um sich nicht mit Wahrheiten zu beschäftigen,

damit alles einfach bleibt,

und es keine Kanten gibt, an denen wir anecken können,

die uns suggerieren, dass wir glücklich sein können.

Unsere Augen, als Portal in unsere tiefsten Abgründe, wahrscheinlich

doch nur der subtile Goldene Schuss, des Verstands,

der sich auflöst, und uns nach und nach im Stich lässt,

da ihm die Suche nach Richtig zu ermüdend erschien und wir uns fortan nur noch auf Halbwahrheiten und trügerische traurige Konjunktive konzentrierten,

als erleichtere dies das Atmen,

unter all dem Müll in dem wir verschwinden.

Und der uns erdrückt, langsam die Luft abschnürt,

nur weil wir einmal zu lange

den falschen Blickwinkel

auf das falsche Geschehen hatten.

Mit vermeintlicher Weltoffenheit, mit den Augen

so weit aufgerissen

und auf solch tragische Art und Weise blind,

für die wahren Unterschiede, die Geheimnisse einer jeden Identität,

die ich nur erkennen kann,

wenn sich meine Augen nicht wehren.

Gewinner.

Wir wirbeln umher

und wir drehen uns und drehen uns und langsam vergessen wir.

Du hältst mich und ich weiß es soll tröstlich wirken, als könnest du mich halten.

Mich vor dem Fall bewahren und

uns vor dem Zerfall.

Ich konnte noch nie gut loslassen

ich konnte so vieles nicht und ich kann es immer noch nicht

und ich versage stetig dabei es zu versuchen

und ich kann nicht und ich will nicht und dennoch

ich muss.

Lass mich noch einmal kurz ein kleines Kind sein. Ich muss mich nicht verabschieden

ich muss die rosarote Brille nicht abziehen

du bleibst bei mir und du hältst mich und ich bleibe naiv und wir

wir bleiben einfach glücklich.

Ein einziger Irrglaube, alles

Trugbilder und wir glauben dennoch,

denn das Leben hat uns gelehrt an Träumen festzuhalten und das Herz an Hoffnungen

zu verschwenden, die laut und schmerzhaft

zerbrechen und vor mir daliegen und mir das Herz aus der Brust reißen mögen, mit langen spitzen Fingern

Scherbenmeer

Ich dachte,

wir seien die Gewinner, hätten es geschafft darauf zu tanzen

Aber wir haben nichts geschafft

Gar nichts

Ich möchte noch nicht Abschied nehmen,

ich möchte noch nicht zerfallen, denn wir haben gelernt,

was die Summe Einzelteile als Ganzes wert ist und

so will ich weiterleben und Trugbildern vertrauen und dann kann ich für immer glücklich bleiben.

Ich möchte nicht Abschied nehmen, nicht,

wenn ich nicht weiß wohin du gehst.

Dachte ich aber ich weiß doch

und dennoch

ich zerbreche

in Viertel

in Achtel in Sechzehntel in Zweiunddreißigstel in Vierundsechzigstel in hundertachtundzwanzigstel

und

Scherbenmeer

und

Ich hatte gedacht, wir seien die Gewinner,

hätten es geschafft darauf zu tanzen, zu balancieren, richtige Schritte in die richtige Richtung zu machen aber wir haben gar nichts geschafft

Gar nichts

Wir waren nicht tapfer, wir waren nur dumm, und auch

zu dumm, um zu erkennen, wie nah diese Begriffe immer nebeneinanderliegen

Haben die Wahrheit verkannt und den Schmerz gut versteckt und wir waren zu dumm

Zu dumm

dass wir nicht

erkannt haben, dass wir

in einer Welt Leben in der die

Helden nicht gewinnen.IMG_3688

Wohin.

Wo gehst du hin? Bleib bei mir. Ich bleibe bei dir. Du bleibst bei mir.

Herzen im Gleichklang, das Leben im Schnelldurchlauf und wir haben keine Angst und wir machen niemals Pause und wir geben niemals auf.

Wo gehst du hin? Bleib bei mir. Ich bleibe bei dir und du bleibst bei mir. Wir spulen vor und zurück, immer wieder und wir glauben, dass wir niemals anhalten müssen, denn dann müssen wir keine Angst haben

wir müssen niemals aufhören Spaß zu haben.

Wir müssen. Wir müssen. Wir müssen.

Wo bist du hin? Ich bin hier. Wohin. Du fehlst. Wo bist du nur hin. Ich bin immer noch hier. Und du fehlst.

Und ich merke die Welt dreht sich weiter, rasend schnell rotiert alles und wir halten an nichts fest, weil wir wissen, dass wir an nichts festhalten können und wir sagen uns immer wieder, der nächste Tag darf ruhig kommen, denn wir haben keine Angst, alles wir schon gut werden,

heute ist es immerhin schon besser als es gestern war.

Ich merke auch, die Welt dreht sich weiter, ohne mich. Und ich bleibe einfach stehen. Ich habe jetzt Angst.

Ich will die gottverdammte Welt verfluchen, ich will kreischen und weinen, weil du nicht mehr da bist.

Und dennoch bleibe ich stumm.

Ich möchte wütend sein, schließlich war man einst gewillt alles miteinander zu teilen. Wir wollten nicht loslassen, auch wenn wir schon wussten, dass wir es einmal müssen würden.

Wir müssen. Wir müssen. Wir müssen.

Wo bist du? Ich bin hier. Wohin? Du fehlst. Wo bist du nur hingegangen? Ich kann nicht mehr atmen, kann kaum noch stehen.

Wo bist du nur?

Ich bin noch immer hier.

Und du fehlst.

Alles läuft weiter, die Uhr tickt unermüdlich, das Leben rast und die Welt dreht sich

und ich

bleibe einfach stehen.

Zeit #2

Noch kann ich warten.

Ich bin geduldig. Solange die Zeit gnädig bleibt. Solange kann ich warten.

Ich lege mich kurz zur Ruhe. Nur ganz kurz.

Kein blendendes Licht. Kein langer Fall. Ich halte deine Hand.

Und du bist mit mir geduldig.

Die Achterbahnfahrt ist zu Ende. Noch einmal Hände nach oben. Aus voller Lunge kreischen. Haare fliegen im Wind. Schallendes Lachen. Lass‘ uns noch einmal fahren. Brauche den Kick, nur für jetzt.

Gib‘ ihn mir nur für einen winzigen Augenblick.

Wir kommen alle zur Ruhe. Errötete Gesichter, glänzende Augen. Die Welt dreht sich. So viel Erinnerung. Sie gehört für immer mir.

Ich lege mich nur kurz zur Ruhe. Nur ganz kurz. Wir bauen uns Traumschlösser und wir schmieden Pläne. Du bleibst geduldig, weil ich es bin.

Ich bin zufrieden. Kann den Sonnenuntergang genießen, habe den Tag gelebt. Die Nacht darf kommen, ich bin bereit.

Kein langer Fall. Kein schwerer Aufprall. Langsam dämmert es und ich bin ganz ruhig.

Ich kann warten. Die Zeit blieb gnädig. Du hältst meine Hand und bist mit mir geduldig, damit ich nicht alleine sein muss.

Wo sind sie hin, all die Farben? Die Welt wird grau und ich bleibe ruhig. Das Karussell drehte sich lang genug. Erinnerungen.

So viele. Sie bleiben für immer mein.

Noch kann ich warten. Noch kann ich warten.

Wir haben alles gesehen. Haben jeden Tag gelebt. Die Nacht ängstigt mich nicht. Der nächste Tag kommt.

Wir müssen nur geduldig sein. Dann dauert es nicht mehr lang.

Die Sohlen unserer Schuhe sind durchgelaufen. Meine Füße blutig und wund. Der Schmerz verlangt gespürt zu werden und ich bleibe lebendig.

Die Dämmerung bricht an und die Farben verschwinden, die Welt ergraut und die Erinnerungen schwinden stetig, meine Vorstellungen verblassen zu schwachen Abbildern ihrer Originale.

Zeit schlafen zu gehen. Wische deine Tränen fort, es dauert nicht mehr lang.

Ich bin ganz ruhig. Noch kann ich warten. Ich bin geduldig. Solange die Zeit gnädig bleibt. Solange kann ich warten.

Also lege ich mich kurz zur Ruhe. Schließe die Augen.

Kein blendendes Licht. Kein langer Fall. Ich halte deine Hand und du bist mit mir geduldig.

Gedankenstriche.

Woran denkst du? Philosophierst du wieder?

Ich lache dann;

weil eigentlich denke ich an gar nichts. Und doch an so viel.

Wir liegen zusammen im Mondenschein auf der Wiese und wünschen uns ganz kurz Unendlichkeit. Nicht damit wir für immer jung bleiben, sondern damit wir für immer wir bleiben.

Auf so wundersame Art und Weise blind. Blind für das Leben, blind für Veränderung, blind für einander.

So bleiben wir glücklich, erleichtert. Wir bleiben wir.

Das Leben malt uns keine Gedankenstriche in die müden Gesichter. Wir werden einander immer kennen.

Stundenlang können wir miteinander reden aber genauso gut stundenlang schweigen. Jeder erlebt jetzt seine eigenen Geschichten, lebt seine eigenen Abenteuer.

Wir lesen noch im selben Buch, auf unterschiedlichen Seiten, wir beenden Kapitel ohne den jeweils anderen und bemerken es gar nicht. Fast verwunderlich, wie wir das alles so gemeistert haben. Aneinander vorbei zu leben und doch so eng verwoben.

Die großen Tage unter kleinen Dingen begrabend.

Während die anderen sprechen, betrachten wir uns still und leise, werfen einander heimliche Blicke zu und wir fragen uns, ob wir einander noch kennen. Das Leben zog nämlich seine Gedankenstriche. Feine Linien.

Wir zogen sie selbst.

Das betrübt uns. Nur damit ich begreifen kann, dass sie rein gar nichts verändern.

Wir liegen auf der Wiese im Mondenschein und lachen so laut, dass es von den Bäumen widerschallt. Und wir wünschen uns für einen Augenblick Unendlichkeit.

Nicht damit wir für immer jung bleiben. Sondern damit wir für immer wir bleiben. Nicht wir als Individuen betrachtet. Wir als wir.

Wir lachen über gemeinsam Erlebtes, lachen bis uns die Tränen in den Augen stehen und währenddessen denken wir vermutlich alle das selbe.

Es wird nie wieder so sein. Wir werden nie wieder so sein.

Morgen werden die Dinge wieder anders stehen. Wir werden anders priorisieren, wir werden vergessen und Fehler machen und wir werden einfach nur leben.

Diese Geschichten erlebten wir einmal, sie stehen in weit zurückliegenden Kapiteln.

Einst prägten sie uns und nie wieder.

Schließlich schweigen wir und starren gen Himmel. Genießen wir ganz kurz das Jetzt und tun so,als könnten wir daran festhalten.

Woran denkst du? Philosophierst du wieder?

Nein. Ich denke an gar nichts. Und doch eigentlich an so viel

Zeit.

Zeit zu gehen, mal wieder.

Nächstes Mal bleib ich länger.

Nächstes Mal.

Ich verspreche es dir. Dir, mir und der Zeit.

Ich bin so verloren, weil die Tage sind so dunkel geworden sind.

Wir sind einander entwachsen.

Größer geworden und alles andere wurde so klein.

Ich habe dir zugeschaut. Mein Voranschreiten deinem angepasst.

Wir gingen einen Weg zusammen, im Glauben ihn nicht alleine gehen zu können.

Und auf dem Weg, da verlor ich mich selbst, als ich begriff,

es war nur noch dein Weg. Deine Welt.

Ich war nur kurz zu Gast. Niemals ein Teil von ihr.

Zeit zu gehen, mal wieder.

Zeit war mal zerbrechlich, legte sich auf uns nieder, mit Tonnen von Gewicht.

Und wir konnten nicht atmen und wir konnten nicht mehr spüren.

Aber manchmal, da war das einfacher,

als alles zu fühlen.

Nächstes Mal bleibe ich länger.

Das habe ich versprochen. Und vielleicht habe ich es auch so gemeint.

Ich trage die Narben mit mir herum.

Sie erinnern mich an ein Versprechen, das ich gab und niemals beabsichtigte zu halten.

Zeit war mal zerbrechlich. Einst bettelten wir darum, die Stunden möchten doch bitte nicht verstreichen.

Tick. Tack. Tick. Tack.

Und heute da beten wir darum, sie mögen doch schneller vorüber gehen, damit wir wieder leben können.

Ohne Druck.

Nicht traurig sein. Kopf hoch.

Die Zeit bringt das Vergessen und dann werden wir wieder leben.

Zeit zu gehen. Mal wieder.

Wege.

All die Menschen,

sie werden so falsch.

Sobald sie einmal Schwäche sehen.

Habe zugelassen, dass sie es schafften, nach all den Jahren mein Lächeln zu verdrehen.

Ich hatte zwei Optionen.

Und ich habe gedacht, ich wählte die Richtige.

Ich ging beide Wege, nur um festzustellen,

dass ich egal wie verlor.

Und wenn ich nichts mehr habe, dann kann ich auch nichts mehr verlieren

Oder vielleicht bin ich auch gerade dann am verletzlichsten?

Mach‘ rasch die Augen zu, lass‘ dich gehen,

versuch‘ gar nicht erst zwischen den Zeilen zu lesen und das alles auch noch zu verstehen.

Ich habe geglaubt, ich wählte den richtigen Weg,

schlüge die richtige Richtung ein,

träfe die richtige Entscheidung.

Richtig.

Was ist denn noch richtig? Was ist falsch? Wer setzt die Grenzen?

Wie viel Falsches habe ich gesehen, um das Richtige zu erkennen?

Ich habe geglaubt, ich wählte den richtigen Weg,

schlüge die richtige Richtung ein,

träfe die richtige Entscheidung.

Und stattdessen

tat ich nichts von alledem.

Ich ging einen Weg, den noch niemand zuvor gegangen war.

Immer geradeaus, ob er richtig oder falsch war,

das war mir egal.

Es war mein Weg.

Ich würde es selbst herausfinden. Meine eigenen Grenzen ziehen.

Immer nach vorn. Immer nach vorn.

Denn es war mein Leben.

Und nur meines.

Veränderung.

Viele Hände greifen nach mir

und meine Hände greifen nach nichts.

Optische Täuschung. War niemals da

und für mich dennoch,

von so großer Bedeutung.

Halte gedanklich an Illusionen fest, um mich der Wahrheit nicht stellen zu müssen. Und die Zeit.

Diese Zeit.

Die Stunden rasen.

Sie ist der erbittertste Gegner.

Die Muster verändern sich,

so schnell, dass ich es kaum bemerke und dann plötzlich,

da ist alles anders.

Das Gestern ist plötzlich so weit weg und kaum gewöhne ich mich an das Heute, ist plötzlich wieder das Morgen von Bedeutung und alles andere so weit fort.

Alles andere so weit fort.

Und ich bin rastlos. Und dann wieder nicht.

Wo will ich hin? Die Tage können manchmal so dunkel sein. Und dann irre ich umher, drehe mich orientierungslos auf der Stelle.

Es wird hell und mein Weg ändert sich. Tagtäglich.

Mein Ziel scheint niemals das selbe zu bleiben. Wo ist denn nur Norden?

Den wahren Weg zu finden, kann so ermüdend sein.

Gedacht,

gehe vielleicht mit den andern, gebe die Suche auf;

immer Richtung vorn.

Nur um dann festzustellen,

habe auf der Suche nach mir selbst, jemand anderen verloren.

Bin am Ziel angekommen und die Schatten jagen mich.

Ich bin rastlos und dann wieder nicht.

Wo ist denn nur Norden?